COMPOSER-IN-RESIDENCE 2017

Sven Helbig

"Romantic, evocative and cinematic, his music manages at the same time to please and educate, seduce and challenge, renewing the promise of a European musical aesthetic that sometimes threatens to disappear, only to return as persistently relevant as the ancient continent it serenades."
Naked but Safe

"Helbig is a master at evoking a rich convoy of textures, moods and emotions with a minimum of notes."
The Gramophone

 

Sven Helbig schreibt Musik für Chor, Orchester- und Kammerensemble. Oft sind elektronische Sounds Teil seiner Kompositionen. Beim Traditionslabel Deutsche Grammophon erschien sein Debütalbum Pocket Symphonies. Mit der Verbindung von klassischer Kompositionstechnik, Synthesizer und verfremdeten Vibraphonklängen spricht er live auch ein jüngeres Publikum der Ambient-, Indie- und Electronica-Szene an. Sein aktuelles Chorwerk I Eat The Sun And Drink The Rain erscheint auf dem neuen Berliner Label Neue Meister.

Helbig wuchs in Eisenhüttenstadt auf, einer Planstadt im Osten Deutschlands. Hier entdeckte er die Musik als Kind zwischen Blaskapellen, den Schallplatten der Eltern und auf den wenigen Sendern, die er mit seinem selbstgebauten Radio empfangen konnte. Die Elektrobasteleien wurden seine erste Leidenschaft und blieben ein Element seiner späteren Musik.

Was als Faszination für Transistoren und Kupferdrähte begann, wurde zum Fenster in die Welt der Musik: In den Nachtsendungen hörte er Brahms, Mahler aber auch den Soundtrack zu Stan Lathans „Beat Street“, dem ersten Film über Hip-Hop. Er beginnt zuerst Klarinette und Gitarre, später Schlagzeug zu spielen. Während des Musikstudiums in Dresden zieht es Sven Helbig nach New York, wo er in den Clubs von Manhattan und Harlem jammt. Nebenbei entstehen hier auch erste Stücke für Kammermusik und Orchester.

Vor allem in der schwarzen R&B- und Gospel-Szene New Yorks erlebt Sven Helbig die vollkommene Einheit von Musikern und Publikum, die sich aus den Wurzeln gemeinsamer Tradition nährt. Diese Erfahrung wird seine Musik prägen. 1996 geht er zurück nach Dresden und gründet mit dem Musiker Markus Rindt die Dresdner Sinfoniker, Europas erstes Orchester für ausschließlich zeitgenössische Musik.

Regelmäßig orchestriert und arrangiert er für die Pet Shop Boys, es entsteht das Ballett The Most Incredible Thing am Londoner Sadler’s Wells Theater und The Man from the Future, das bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall seine Premiere feiert. Er arbeitet mit Rammstein und dem Fauré Quartett, Sibylle Berg und René Pape – auf der Suche nach musikalischer Barrierefreiheit.

Mit den Pocket Symphonies, zwölf Miniaturen für Klavierquartett und Sinfonieorchester, nähert er sich dem Ideal einer zugänglichen Kunstmusik. In seinem Werk für Chor und Electronics I Eat The Sun And Drink The Rain, für das Sven erstmals auch die Texte schrieb, führt er diesen Gedanken weiter. Aktuell tourt Sven weltweit mit I Eat the Sun and Drink the Rain.

Im Jahr 2017 wurde Sven Helbig zum Composer-in-Residence beim Enescu-Festival in Bukarest, vom Spanischen Nationalorchester und Chor in Madrid und beim Moritzburg Festival ernannt. Sven ist Honorarprofessor an der Nationaluniversität San Martin in Buenos Aires.

 

 

Rückblick - Composer bis 2016

Thomas Adès, Großbritannien
Gustavo Beytelmann, Argentinien
Chen Yi, China
Sofia Gubaidulina, Russland
John Harbison, USA
David Philip Hefti, Schweiz
Olli Mustonen, Finnland
Helmut Oehring, Deutschland
Matthias Pintscher, Deutschland
Torsten Rasch, Deutschland
Wolfgang Rihm, Deutschland
Esa-Pekka Salonen, Finnland
Iris ter Schiphorst, Deutschland
Steffen Schleiermacher, Deutschland
Daniel Schnyder, Schweiz
Steven Stucky, USA
Mark-Anthony Turnage, Großbritannien
Erkki-Sven Tüür, Estland
Jörg Widmann, Deutschland
Zhou Long, China

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